Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011 - 15.05.2013

Zug der Erinnerung in Braunschweig und Wolfsburg

„Im Juni 1943 wurden 1.269 Kinder und Jugendliche von Westerbork durch Deutschland Richtung Osten deportiert. Der Reichsbahnzug mit den verschlossenen Türen hielt im Vernichtungslager Sobibór. Nur wenige Stunden später waren alle ermordet.“ Für Michael Kleber, DGB-Regionsvorsitzender, ist dies ein schreckliches Kapitel deutscher Geschichte.
Daran erinnert der „Zug der Erinnerung“, der am Mittwoch, den 29. Mai auf dem Braunschweiger Hauptbahnhof und am Donnerstag, den 30. Mai auf dem Wolfsburger Hauptbahnhof stehen wird. In der Zeit von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr kann die Ausstellung im Zug besichtigt werden.

Michael Kleber weiter: „Interessierte Bürgerinnen und Bürger, insbesondere jedoch Schülerinnen und Schüler sind herzlich eingeladen, den „Zug der Erinnerung“ zu besichtigen und von den ermordeten Kindern nach 70 Jahren symbolisch Abschied zu nehmen. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, dass Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Nährboden in unserer Gesellschaft finden dürfen.“

Hintergrundinformationen zur Ausstellung im „Zug der Erinnerung“

Der "Zug der Erinnerung" besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Ob aus Skandinavien oder aus Südgriechenland: Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die "Deutsche Reichsbahn" über 1 Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den "Reichsbahn"-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden.

Statt entsetzlicher Bilder zeigt die Ausstellung Andenken, die aus unseren Familienalben stammen könnten. Zu sehen ist das Lächeln der Kindheit und der Optimismus der Jugend. Zugleich verweisen die Dokumente auf ein Tabu, das für alle Zivilisationen verpflichtend ist: Das Leben der Kinder zur Erhaltung der Gattung zu schonen. Mit dem Kindermord hat Nazideutschland dieses Gesetz gebrochen und zeitweise außer Kraft gesetzt. Aus Auschwitz und den anderen Lagern kehrten nur wenige Kinder zurück. Ihre beispielhaften Biographien, die Bilder ihrer frohen und erwartungsvollen Gesichter laden nicht nur zum Gedenken ein, sondern vermittelten einen implizite Aufforderung: Gegen die Triebfedern der Verfolgung (Rassismus, Antisemitismus und nationalistische Ideologien) deutlich Stellung zu beziehen.

Veranstaltungsflyer


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